Lagebericht der Konzernleitung

Ziele und Strategie

Wertorientierte Führung

Aspekte der Wertorientierung werden in mehreren Bereichen des Unternehmens angewendet.

Das Entschädigungsmodell für das gesamte Gruppenkader beinhaltet einen vom Unternehmenserfolg abhängigen Entlöhnungsteil, der sich aufgrund von vier gleichgewichteten Unternehmenskennzahlen – darunter die Betriebsrendite – errechnet. Details dazu sind im  Corporate Governance-Teil zu finden.

Investitionen für Sachanlagen ab einer gewissen Investitions­höhe unterliegen strengen Vorgaben, ohne die keine Freigabe erfolgt. Dabei muss zwingend eine Kapitalverzinsung erzielt werden, die über den Kapitalkosten plus einer Prämie liegt.

Ebenfalls im Sinne einer wertorientierten Führung werden gruppenrelevante Projekte auch nach Projektabschluss langfristig verfolgt und die Zielerreichung beurteilt. Ein entsprechendes Controlling wird zwei Mal jährlich der Konzernleitung vorgestellt und in diesem Gremium diskutiert.

Strategische Erfolgsfaktoren

Der Erfolg der Geberit Gruppe basiert auf einer Reihe von Erfolgsfaktoren. Die wichtigsten davon sind:

  • eine klare und langfristig angelegte Strategie,
  • bedeutende nachhaltige Wachstumstreiber, so dass mit dem aktuellen innovativen Produktsortiment, mit der AquaClean-Produktpalette und mit den verschiedenen organischen Wachstumsinitiativen (OGI’s) viele heute bereits bestehende, aber unterpenetrierte Geberit Märkte bearbeitet werden können,
  • hohe Markteintrittsbarrieren, die durch die starke Marke, das umfassende Know-how im Sanitärmarkt, die über Jahre durch die Vertriebsmannschaft aufgebauten Beziehungen zu den Entscheidungsträger sowie durch die zahlenmässig bedeutende Aussendienstmannschaft begründet sind,
  • ein innovatives und umfassendes, entsprechend den Bedürfnissen der Kunden entwickeltes Produktsortiment,
  • ein bewährtes Push- und Pull-Geschäftsmodell, sowie
  • eine schlanke, leistungsfähige Organisation mit optimierten Prozessen.

Anspruchsvolle mittelfristige Ziele

Geberit hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit die Standards in der Sanitärtechnik zu setzen und diese durch ein nachhaltiges Verhalten langfristig zu verankern. Dieser Anspruch soll sich unter anderem in einem über dem Branchendurchschnitt liegenden Umsatzwachstum äussern. Grundsätzlich wird das Erreichen der Umsatzziele bei gleichzeitiger Erhaltung der branchenführenden Profitabilität und der Fähigkeit zur hohen Cashflow-Generierung angestrebt. Zusätzliches Wachstum durch Akquisitionen wird nicht ausgeschlossen. Ein möglicher Zukauf muss jedoch strengen strategischen und finanziellen Anforderungskriterien genügen. Auf mittelfristige Sicht soll im Durchschnitt pro Jahr ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent sowie eine operative Cashflowmarge zwischen 23 und 25 Prozent erreicht werden.

Grafik: Herkunft mittelfristige Wachstumsbeiträge

Die mittelfristigen Wachstumsbeiträge kommen aus dem Standardgeschäft, den organischen Wachstumsinitiativen (OGI’s), Produktneueinführungen und aus dem Geberit AquaClean Geschäft. Dabei soll rund ein Drittel des Wachstums aus den neuen Produkten und aus dem Geberit AquaClean Geschäft resultieren.

OGI’s sind organische Wachstumsinitiativen im Vertrieb, die auf dem existierenden Produktportfolio – jedoch selektiv den lokalen Anforderungen angepasst – basieren. Für diese Initiativen werden zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen bereitgestellt, um definierte Finanzziele mittels eines Implementierungsplans zu erreichen. Wert gelegt wird auf eine klare Messbarkeit von Zwischen- und Endzielen. Gegenwärtig laufen insgesamt neun OGI’s: vier im Vertriebsbereich Europa (Nordische Länder, Grossbritannien, Frankreich und Spanien) und fünf im Vertriebsbereich International (Russland, Indien, China, Australien und Nordamerika). Die Initiativen sind zum Ende des Berichtsjahres im Plan. Zudem wurde Anfang 2009 eine forcierte Internationalisierungsstrategie für das Geberit AquaClean-Geschäft gestartet mit dem Ziel, die Produkt­kategorie Dusch-WC in Europa zu etablieren und Geberit als Markleader in dieser Kategorie zu positionieren. Die im Rahmen der AquaClean Internationalisierungsstrategie gesetzten Ziele wurden bis anhin übertroffen.

Die Gesamtheit dieser Massnahmen (OGI’s und AquaClean) wird die operativen Margen negativ belasten. Mittelfristig sollen jedoch aus diesen Aktivitäten substanzielle Wachstumsbeiträge resultieren.

Um dem zu erwartenden Wachstum gerecht zu werden, will Geberit auch in den nächsten Jahren rund CHF 100 Mio. in Sachanlagen investieren.

Strategie

Die Vision von Geberit ist es, mit innovativen Lösungen in der Sanitärtechnik die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu verbessern. Die bewährte und fokussierte Strategie dazu basiert auf den vier strategischen Säulen «Konzentration auf die Sanitärtechnik», «Bekenntnis zur Innovation», «Selektive geografische Expansion» und «Permanente Geschäftsprozess­optimierung». Dies wird täglich durch die hochmotivierten und qualifizierten Mitarbeitenden gelebt.

Das Unternehmen wird sich weiterhin auf die Sanitärtechnik konzentrieren. Dabei stehen jene Geschäftsbereiche in der Sanitärbranche im Zentrum, in denen im Unternehmen profundes Know-how und Kernkompetenzen vorhanden sind. Im Wesentlichen sind dies Sanitärsysteme und -technologien – inklusive Rohrleitungssysteme – für den Wassertransport in Gebäuden. Dafür wird qualitativ hochstehende, integrierte und wassersparende Sanitärtechnik angeboten.

Für Geberit sind die laufende Optimierung und Ergänzung des Sortiments entscheidend für den zukünftigen Erfolg. Die Innovationskraft basiert auf der Grundlagenforschung in Gebieten wie Hydraulik, Statik, Brandschutz, Hygiene oder Akustik. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der Entwicklung von Produkten und Systemen zum Nutzen der Kunden systematisch umgesetzt.

Die beschleunigte Durchdringung von Märkten wie Frankreich, Grossbritannien, den Nordischen Ländern, Osteuropa und der Iberischen Halbinsel ist ein wichtiger Faktor des langfristigen Erfolgs. Ausserhalb Europas konzentriert sich Geberit auf die vielversprechendsten Märkte. Dazu gehören Nordamerika, China, Südostasien, Australien, die Golfregion und Indien. Mit Ausnahme von Nordamerika und Australien ist das Unternehmen in diesen Regionen vornehmlich im Projektgeschäft tätig. Dabei wird stets an den bestehenden hohen Standards bezüglich Qualität und Profitabilität festgehalten.

Ein weiterer Strategiefokus liegt auf den Geschäftsprozessen. Geberit will durch permanente Prozessoptimierung eine langfristig führende, wettbewerbsfähige Kostenstruktur sichern. Dies geschieht einerseits durch gruppenweite Projekte, andererseits erkennen die Mitarbeitenden im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Verbesserungsmöglichkeiten und können so massgeblich zur positiven Entwicklung beitragen.