Lagebericht der Konzernleitung

Ausblick

Bauindustrie

Das Jahr 2012 wird in der Bauindustrie weiterhin von politischen und makroökonomischen Unsicherheiten geprägt sein. Die Entwicklung in einzelnen Regionen/Märkten und Bausektoren wird jedoch stark divergieren. Generell ist es in Anbetracht der hohen Unsicherheiten sehr schwierig, eine verlässliche Vorhersage über die Perspektiven der Bauwirtschaft zu machen.

In Europa ist das Abgleiten in eine – zumindest leichte – Rezession wahrscheinlich. Bei staatlich finanzierten Projekten wird ein Rückgang erwartet, die Konsumausgaben und die Konsumentenstimmung werden sich nicht wesentlich verbessern. Im Bausektor sehen die Prognosen eine zumindest teilweise Kompensation des schwächelnden Nicht-Wohnungs­baus durch einen positiven Trend im Wohnungsbau voraus. In Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Norwegen und in Russland wird eine fortgesetzte positive Entwicklung im Wohnungsbau vorausgesagt. Eine Stagnation in diesem Bereich wird in Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Schweden und Dänemark erwartet. Mit Rückgängen wird in den Nieder­landen, in Irland, Portugal, Spanien, Italien, Polen und Finnland zu rechnen sein.

In Nordamerika steckt die Bauwirtschaft weiterhin in einer Krise. Der Wohnungsbau wird sich aber – wenn auch nur sehr langsam – im kommenden Jahr erholen. Auf diese Erholung deuten jüngste Trends einiger relevanter Indikatoren hin. Nach wie vor liegen jedoch die Gesuche für neue Hypothekarkredite trotz rekordtiefem Zinsniveau auf einem 15-Jahres-Tiefststand. Die öffentlichen Ausgaben für Bauprojekte werden nochmals zurückgehen. Da der kommerzielle Bausektor jeweils mit Verzögerung der Entwicklung im privaten Sektor folgt, wird aber auch in diesem Bereich mittelfristig wieder mit einem Wachstum zu rechnen sein.

In China sind seit dem vierten Quartal 2011 die Auswirkungen der Regierungsmassnahmen zur Verhinderung einer Überhitzung im Immobilienmarkt zu spüren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der chinesischen Regierung an einer sanften Landung im Wohnungsbau gelegen ist. Demgegenüber präsentiert sich die Situation im chinesischen Nicht-Wohnungsbau weiterhin robust. Für Indien werden im gesamten Bausektor zweistellige Zuwachsraten erwartet. Differenziert ist die Lage in Südostasien zu beurteilen. In Singapur sind die Folgen von Regierungsinitiativen, die das Abbremsen des Wachstums zum Ziel haben, unsicher. Wachstum wird dagegen in Thailand, Vietnam und Indonesien prognostiziert. Ebenfalls ein sehr unterschiedliches Bild zeigt sich in der Region Nahost/Afrika: Stagnation in den Vereinigten Arabischen Emiraten, weiterhin eine positive Entwicklung der Bautätigkeit in Saudiarabien und Katar sowie ein weiteres schwieriges Jahr in Südafrika.

Rohmaterialien

Die Rohmaterialpreise haben sich in den vergangenen Jahren sehr volatil entwickelt. In 2011 hat sich die Lage auf den Rohmaterialmärkten trotz im ersten Halbjahr nochmals angestiegenen Preisen entspannt. Vorhersagen über die Entwicklung für das Gesamtjahr 2012 sind schwierig. Zumindest in den ersten beiden Quartalen wird mit auf hohem Niveau stagnierenden Preisen bei den für Geberit relevanten industriellen Metallen und Kunststoffen gerechnet.

Geberit

Das Geschäftsjahr 2012 wird für die Geberit Gruppe aufgrund von verschärften wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen hohe Herausforderungen bringen. Es ist das Ziel, sowohl in den nach wie vor gesunden Bau-Märkten, aber auch in den schrumpfenden Märkten überzeugende Marktleistungen zu erbringen und wiederum Marktanteile zu gewinnen. Der Fokus wird dabei auf der forcierten Vermarktung der in den letzten Jahren neu eingeführten Produkte, auf verschiedenen organischen Wachstumsinitiativen sowie auf dem vielversprechenden Dusch-WC-Geschäft liegen. Entsprechend der bei Geberit vorherrschenden Kultur soll parallel dazu die Optimierung der Geschäftsprozesse vorangetrieben werden. Die Unternehmensleitung ist überzeugt, sehr gut für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein. Zuversichtlich stimmen die erfahrenen und hochmotivierten Mitarbeitenden, eine Reihe von erfolgversprechenden und in den letzten Jahren eingeführten Produkten sowie Produktideen für die weitere Zukunft, die schlanke und marktorientierte Organisation, die etablierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Marktpartnern im Handel und im Handwerk sowie – als Resultat der branchenführenden Finanzresultate der letzten Jahre – das überaus solide finanzielle Fundament.