Berichtsteil  >  Lagebericht der Konzernleitung

Umfeld

Herausfordernde Rahmenbedingungen

Die unsicheren wirtschaftlichen und politischen Rahmen­bedingungen der letzten Jahre dauerten 2012 an. Die Entwicklung des Bausektors in den einzelnen für Geberit relevanten geografischen Märkten divergierte im Berichtsjahr stark. Während sich einige Märkte unverändert robust zeigten, verharrten andere in einer markanten Krise.

Euroconstruct hat die Daten vom Dezember 2012 für das Bauvolumen in Europa für das Berichtsjahr gegenüber früheren Schätzungen nach unten revidiert. Im für Geberit relevanten Hochbau betrug diese Korrektur 2,3 Prozentpunkte (von -1,5% auf -3,8%). Diese Korrektur verdeutlicht die Schwierigkeit, im Umfeld der Schuldenkrise Europas verlässliche Vorhersagen zu machen. Für Neubauprojekte im Hochbau lag das Volumen im Berichtsjahr um 5,6% unter dem Vorjahr und rund ein Drittel unter dem Rekordniveau von 2007. Das Renovationsvolumen im Hochbau ging zwar um lediglich 2,3% zurück, lag damit aber immer noch um rund 5% unter dem Wert von 2007.

Geberit kam zugute, dass sich der für das Unternehmen nicht relevante Tiefbau mit -7,5% deutlich schlechter entwickelte als der Hochbau (-3,8%). Positiv wirkten sich zudem die erwähnte stabilere Situation im Renovationsgeschäft des Hochbaus sowie die gute Entwicklung im Hochbau in Ländern wie Österreich (+1,5%), Deutschland (+0,9%) oder der Schweiz (+0,8%) aus. Unterstützt durch diese vergleichsweise günstige Ausgangslage geht Geberit davon aus, im Berichtsjahr das Wettbewerbsumfeld in Europa zum Teil deutlich übertroffen zu haben.

Vom gesamten Bauvolumen 2012 in Europa in Höhe von EUR 1 291 Milliarden entfielen 78% auf den Hochbau. Davon beanspruchte der Wohnungsbau knapp 60%, der Nicht-Wohnungsbau gut 40%. Innerhalb des Hochbaus entfiel etwas mehr als die Hälfte auf das Renovationsgeschäft, vor allem infolge eines hohen Anteils im Wohnungsbau.

In den USA stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 2,2%, womit die Wirtschaft etwas stärker wuchs als 2011 (+1,8%). Die Bauinvestitionen im Hochbau erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 10,0% – eine deutliche Trendwende im Vergleich zum Vorjahr (-2,5%). Eine Rückkehr zum langjährigen Durch­schnitt liegt trotzdem immer noch in weiter Ferne. Die Inves­ti­tionen im Nicht-Wohnungsbau stiegen gesamthaft um 5,8% (Vorjahr -3,3%). Während die Bereiche Büros, Hotels und kommerzielle Bauten deutlich zulegten, verlief die Entwicklung in den für Geberit wichtigen Bereichen Gesundheitswesen/Spitäler und Schulen/Universitäten weiterhin schwach. Verglichen mit dem Nicht-Wohnungsbau entwickelte sich der Wohnungsbau deutlich besser: Die Anzahl der Bewilligungen für neue private Wohn­einheiten nahm im Berichtsjahr um 30,7% zu (Vorjahr +3,2%), wobei diejenige für Einfamilienhäuser um 22,9% (Vorjahr -6,4%) stieg. Die Anzahl fertiggestellter privater Wohneinheiten lag um 11,4% über dem Vorjahr (Vorjahr -10,3%).

Obwohl die Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums 2012 auch in der Region Fernost/Pazifik deutlich spürbar war, entfielen über 40% des weltweiten Gesamtwachstums auf diese Region. Das Bruttoinlandprodukt in Asien (inklusive Indien) wuchs 2012 real – getragen von China und Indien – um 4 bis 5%. Basierend auf Daten von IHS Global Insight setzte sich in der Bauindustrie 2012 in dieser Region das solide Wachstum mit rund +6% fort, wobei die für Geberit nicht relevanten Inves­ti­tionen im Tiefbau mit über +8% deutlich stärker zunahmen als jene im Hochbau (ca. +4%). Dieser verstärkte Fokus auf Infra­struktur­investitionen war in fast allen asiatischen Märkten zu beobachten. China blieb aufgrund der Grösse (mehr als 40% des asiatischen Bauvolumens) und des Wachstums (+8,5%), der wichtigste Wachstumstreiber; die angestrebte Infrastruktur­entwicklung führte im Jahr 2012 zu einer besonders grossen Schere zwischen dem Tiefbau (+14%) und dem Hochbau (+6%).

Chart wird geladen ...

 

Chart wird geladen ...
  • Quelle:74. Euroconstruct-Konferenz, München, Dezember 2012; Geberit
  • Um Datensätze ein- und auszublenden auf Legende klicken