Berichtsteil  >  Lagebericht der Konzernleitung

Soziales Engagement

Soziale Projekte mit Fokus Wasser

Wie in der Vision festgehalten, will Geberit nachhaltig zur Verbesserung der Lebens­qualität der Menschen beitragen. Dazu werden soziale Hilfsprojekte in Ent­wicklungs­regionen mit Produkten, Fachwissen und finanziellen Beiträgen unterstützt. Es wird darauf geachtet, dass das Thema Wasser eine zentrale Rolle spielt und die Projekte einen wesentlichen Bezug zu den Kern­kompetenzen und der Kultur aufweisen. Geberit stellt nicht nur Geld und Material zur Verfügung, sondern plant, leitet und koordiniert diese mit Mitarbeitenden und – überaus wichtig – Auszubildenden aus verschiedenen Standorten. Die Projekte sind eine bedeutende Plattform im Rahmen der Ausbildungs­philosophie: Junge Menschen sollen Fähigkeiten und Sozial­kompetenzen entfalten, die sie persönlich weiterbringen. Gleichzeitig sind diese sozialen Projekte auch ein Beitrag zur Umsetzung des Millennium-Ziels der Vereinten Nationen für globalen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung.

Soziales Engagement vor Ort rund um die Welt

Im Jahr 2012 verbrachten acht Auszubildende mit einem Betreuer und einem technischen Verantwortlichen zwei Wochen in Port Elizabeth (SA), um in einer  Schule in einem Township die Sanitäreinrichtungen zu erneuern. Zudem vermittelten sie den rund 850 Schülerinnen und Schülern mit spielerischen Aktionen ein Grundwissen in Fragen der Hygiene und des Umgangs mit Wasser. Bei diesem Projekt arbeiteten die Auszubildenden erstmals mit den sogenannten «Young Explorers» aus dem Partner­projekt «Pangaea» von Mike Horn zusammen. Diese Partnerschaft zwischen Horn und Geberit wurde im Jahr 2008 lanciert und hatte im Rahmen von Horns vierjähriger Expedition rund um die Welt zum Ziel, global die Sensibilität für Umwelt­fragen zu erhöhen. 2012 machte Mike Horn mit seinem Segelschiff zudem in Abu Dhabi Station. Dort erhielten Kunden von Geberit die Gelegenheit, dem Expeditionsleiter und seinem Boot einen Besuch abzustatten und mehr über das Projekt und seine Hintergründe zu erfahren.

Ebenfalls im Berichtsjahr wurde mit Swiss WaterKiosk ein Pilotprojekt zur sicheren Wasseraufbereitung in Bangladesch unterstützt. Dabei handelt es sich um ein solarthermisches System zur Pasteurisierung von Wasser. Im Ort Ordahat, im Süden Bangladeschs, erkrankten die Menschen jahrelang an unbekannten Symptomen. Der Grund dafür war Arsen im Grundwasser. Die Technologie zur Reinigung wie auch die Initiative zum Projekt kam von der Hochschule für Technik in Rapperswil-Jona (CH). Ziel ist der Aufbau von zehn solar­thermi­schen Wasseraufbereitungsstationen. Den Betrieb sollen die Einheimischen in eigener Verantwortung übernehmen und so auch wirtschaftlich vom Projekt profitieren.

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet Geberit mit der Schweizer Entwicklungs­organisation Helvetas zusammen. Die beiden Partner lassen sich in ihrem Kerngeschäft Wasser und sanitäre Versorgung von einer gemeinsamen Vision leiten: Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen für mehr Lebensqualität. Einfachste Abwassersysteme oder Latrinen­bau – das sind zentrale Bedürfnisse in Entwicklungs­ländern und -regionen, für die Geberit mit den eigenen Produkten keine Lösungen bieten kann. Aus diesem Grund wird seit 2010 eine Helvetas-Kampagne unterstützt mit dem Ziel, bis Ende 2013 einer Million Menschen in den ärmsten Regionen der Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen zu verschaffen. Bereits Ende 2012 – ein Jahr früher als erwartet – wurde das Ziel erreicht. Helvetas konnte im Berichtsjahr CHF 23,7 Mio. Spenden entgegen­nehmen oder 8% mehr als im Vorjahr. Angespornt durch den Erfolg möchte Geberit zusammen mit Helvetas im vierten Kampagnenjahr noch einmal 300 000 Menschen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen verschaffen. Zusätzlich wurden im Rahmen einer Weihnachtsaktion die Spenden von Mit­ar­beitenden zugunsten von Helvetas verdoppelt, und die Schweizer Marktgesellschaft von Geberit hat die bei Kunden­geschenken eingesparte Summe im Namen der Kunden ebenfalls Helvetas zukommen lassen.

Darüber hinaus hat sich das Unternehmen 2012 der gemein­nützigen Organisation «Swiss Water Partnership» ange­schlos­sen. Ziel dieser Plattform ist es, alle am Thema Wasser­ver­sor­gung Beteiligten (Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher und privater Bereich) an einen Tisch zu bringen, um die Heraus­forderungen der Zukunft in diesem Bereich gemeinsam anzugehen. Zudem soll diese Partnerschaft auch den internationalen Dialog zum Thema Wasser fördern.

Im Berichtsjahr betrugen die Spenden und finanziellen Zuwen­dun­gen inklusive Produktspenden insgesamt CHF 2,7 Mio. (Vorjahr CHF 2,7 Mio.). Zusätzlich leisteten Mitarbeitende im Rahmen von Sozialprojekten 2 335 Stunden (Vorjahr 2 390 Stunden) gemeinnützige Arbeit. Alle Spenden-Engagements sind parteipolitisch neutral. Zudem wurden Einrichtungen für behinderte Menschen und Langzeitarbeitslose unterstützt, die im Jahr 2012 einfache Montage- und Verpackungsarbeiten in Höhe von rund CHF 4,8 Mio. (Vorjahr CHF 3,5 Mio.) ausführten. In der Regel werden keine Zuwendungen an Parteien und Politiker getätigt, keine politischen Stellungnahmen abgegeben und auch kein politisches Lobbying betrieben. Dies wird im Rahmen der jährlichen Überprüfung des Verhaltenskodex‘ weltweit sichergestellt.