Berichtsteil  >  Lagebericht der Konzernleitung

Ausblick

Stark divergierende Bauindustrie in den verschiedenen Märkten

Die Herausforderungen in der Bauindustrie werden auch im Jahr 2013 anspruchsvoll bleiben und weiterhin von einer Abschwä­chung der Wachstumsdynamik sowie von politischen und makroökonomischen Unsicherheiten geprägt sein. Die Ent­wicklung einzelner Regionen/Märkte und Bausektoren wird – wie sich bereits 2012 gezeigt hat – stark divergieren. Generell fällt eine verlässliche Vorhersage über die Perspektiven der weltweiten Bauwirtschaft äusserst schwer.

In Europa wird sich das Volumen in der Bauindustrie insgesamt verkleinern, aufgrund eingeleiteter Sparmassnahmen im öffentlichen Bereich massgeblich beeinflusst durch eine reduzierte Finanzierungsbereitschaft. Der Nicht-Wohnungsbau wird sich nach wie vor nicht erholen. Dies wird zumindest teilweise durch einen flachen bis leicht positiven Trend im Wohnungsbau kompensiert werden. Zudem sollte sich der Renovations­bereich besser entwickeln als das Neubaugeschäft. Für Märkte wie Deutschland, die Schweiz, Österreich und Norwegen sowie Polen und Russland wird ein positives Wachstum prognostiziert. Tiefere Wachstumsraten als im Vorjahr werden in Belgien, Dänemark und Finnland erwartet. In Grossbritannien und in Frankreich wird sich die Bauindustrie nicht von ihrem Abwärtstrend erholen. Deutlich im negativen Bereich werden sich Portugal und Spanien sowie die Niederlande und Italien bewegen.

Nordamerika wird durch einen Aufschwung im Wohnungsbau geprägt sein. Dagegen werden die öffentlichen Ausgaben für Bauprojekte wiederum zurückgehen.

In Asien ist der Ausblick für die jeweiligen lokalen Märkte sehr unterschiedlich. In China sind seit dem vierten Quartal 2011 die Auswirkungen der Regierungsmassnahmen zur Verhinderung einer Überhitzung im Immobilienmarkt deutlich zu spüren. Dies wird zumindest im ersten Halbjahr 2013 den Wohnungsbau weiter dämpfen. Dem­gegen­über präsentiert sich die Situation im chinesischen Nicht-Wohnungsbau weiterhin robust. Im Allgemeinen verlaufen zurzeit viele Indikatoren in China flacher als die langjährigen Wachstumsraten. In Indien fallen die Prognosen für die Bauindustrie positiv aus, und im mittleren bis oberen Wohnungsbau-Bereich wird ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent erwartet. Dagegen verharrt der australische Baumarkt auf tiefem Niveau.

Aufgrund schwieriger politischer Rahmenbedingungen fällt ein Ausblick für weite Teile des Mittleren Ostens und für Nordafrika schwer. Generell ist diesbezüglich Vorsicht am Platz. Dagegen wird ein fortgesetztes Wachstum in Südafrika erwartet.

Anhaltend volatile Rohmaterialpreise

Die Rohmaterialpreise haben sich in den vergangenen Jahren sehr volatil entwickelt. 2012 hat sich die Marktlage gegenüber dem Vorjahr stabilisiert. Vorhersagen über die Entwicklung für das Jahr 2013 sind schwierig. Bei anhaltend hoher Volatilität einzelner Materialkategorien wird im Vorjahresvergleich in den ersten zwei Quartalen mit stabilen Preisen bei den Spezialitäts­kunststoffen sowie mit einer ansteigenden Entwicklung bei den Commodity-Kunststoffpreisen gerechnet. Bei den industriellen Metallen werden Preise auf dem Niveau der Vorjahres­ver­gleichsperiode erwartet. Längerfristige Prognosen sind im gegenwärtigen Umfeld nicht angebracht.

Geberit

Das Geschäftsjahr 2013 wird für die Geberit Gruppe aufgrund des herausfordernden Umfelds anspruchsvoll werden. Ziel ist, sowohl in den nach wie vor gesunden Bau-Märkten, aber auch in den schrumpfenden Märkten überzeugende Marktleistungen zu erbringen und wie in den Vorjahren Marktanteile zu gewin­nen. Der Fokus wird auf der forcierten Vermarktung der in den letzten Jahren neu eingeführten Produkte, verschiedenen organischen Wachstumsinitiativen, dem Aufbau von neuen Märkten sowie dem viel­versprechen­den Dusch-WC-Geschäft liegen. Entsprechend der Geberit Kultur sollen parallel dazu die Geschäftsprozesse weiter optimiert werden. Die Unternehmensleitung ist überzeugt, für die kommenden Aufgaben sehr gut gerüstet zu sein. Zuversichtlich stimmen die erfahrenen und hochmotivierten Mitarbeitenden, eine Reihe von erfolg­ver­sprechen­den und in den letzten Jahren eingeführten Produkten sowie Produktideen für die weitere Zukunft, die schlanke und marktorientierte Organisation, die etablierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Marktpartnern im Handel und im Handwerk sowie – als Resultat der branchenführenden Finanzresultate der letzten Jahre – das überaus solide finanzielle Fundament.