Nachhaltigkeit  >  Sustainability Performance Report

5. Ökonomie (EC)

  1. DMA-EC Managementansatz Ökonomie

    Die wirtschaftliche Leistung der Geberit Gruppe steht als Schlüsselziel des Unternehmens unter der strategischen Kontrolle des Verwaltungsrats und der operativen Führung der Konzernleitung (Aspekte wirtschaftliche Leistung, Marktpräsenz, mittelbare wirtschaftliche Auswirkungen).

    Ausschlaggebend für den nachhaltigen Erfolg ist eine klare wirtschaftliche Strategie, verbunden mit einer konsequenten Umsetzung. Die bewährte und fokussierte Strategie basiert auf vier strategischen Säulen:

    1. Fokus auf die Sanitärtechnik
    2. Bekenntnis zur Innovation
    3. Selektives geographisches Wachstum
    4. Kontinuierliche Optimierung der Geschäftsprozesse

    Für detaillierte Erläuterungen zu den vier strategischen Säulen, siehe  www.geberit.com > Unternehmen > Vision und Strategie.

    Für eine Erläuterung der wirtschaftlichen Lage der Geberit Gruppe, siehe  Berichtsteil > Lagebericht der Konzernleitung.

  2. EC1 Wirtschaftliche Leistung

    Wesentliche Indikatoren zur Werterzeugung und -ausschüttung gemäss den GRI-Vorgaben finden sich in der Finanzberichterstattung:

  3. EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels

    Der Klimawandel beeinflusst die Verfügbarkeit von Wasserressourcen weltweit. Wasser ist so wertvoll wie nie zuvor. Eine Studie von SAM, einem globalen Vermögensverwalter mit Fokus auf nachhaltige Vermögensanlagen, im Jahr 2010 nennt für die Zukunft vier Haupttreiber weshalb das Thema Wasser immer mehr ins Zentrum rücken wird: Zunahme der Weltbevölkerung, veraltete beziehungsweise nicht vorhandene Infrastruktur zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, steigende Ansprüche an die Wasserqualität sowie der Klimawandel, der zu Verschiebungen im Wasserhaushalt führt. Diese Trends beeinflussen die Sanitärtechnologie von morgen. Wassersparende und ressourceneffiziente Produkte werden an Bedeutung gewinnen. Geberit nutzt diese Möglichkeit, um der weltweit steigenden Nachfrage nach wassersparenden Produkten gerecht zu werden, zu einem schonenderen Umgang mit Wasser beizutragen und sich damit als Nachhaltigkeitsleader zu behaupten. Als besonders wassersparend klassifizierte Produkte tragen bereits heute signifikant zum Konzernumsatz bei  Berichtsteil > Lagebericht der Konzernleitung > Nachhaltigkeit.

    Im Vergleich zu diesen relativ grossen Chancen ist Geberit einem durchschnittlichen Risiko von durch Klimawandel hervorgerufenen Naturkatastrophen ausgesetzt. Diese können grundsätzlich Produktionsbereiche oder Transportbereiche betreffen. Keiner der Produktionsstandorte ist diesbezüglich speziell gefährdet. Da Geberit nicht zu den klassisch energieintensiven Branchen gehört, bestehen derzeit keine speziellen CO2-Regularien wie beispielsweise gesetzliche Emissionsgrenzen etc. Geberit ist hingegen indirekt von höheren Energie- oder Rohstoffpreisen oder allgemein grösser werdenden Anforderungen zum Energiemanagement betroffen. Mit dem internen Masterplan Energie sowie den Massnahmen im Rahmen der CO2-Strategie (siehe  EN18) reagiert Geberit proaktiv und arbeitet kontinuierlich daran, Energie zu sparen, die Energieeffizienz zu verbessern und die CO2-Emissionen kontinuierlich zu reduzieren. Dadurch werden Energiekosten eingespart und mit CO2-Emissionen verbundene Risiken reduziert.

    Hinsichtlich Unternehmensrisiken hat der Revisionsausschuss des Verwaltungsrats ein umfassendes System zur Überwachung und Steuerung der mit unternehmerischen Tätigkeiten verbundenen Risiken, inkl. der Risikokategorie CO2-Emissionen, in Kraft gesetzt, siehe  Finanzteil > Konsolidierter Jahresabschluss Geberit Gruppe > Anhang > Note 4.

    Es existiert keine systematische, datengestützte Analyse der finanziellen Folgen des Klimawandels für Geberit.

  4. EC3 Umfang der betrieblichen sozialen Zuwendungen

    Die Geberit Gruppe unterhält für ihre Mitarbeitenden in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und in den USA Vorsorgepläne.
    Für weitere Informationen, siehe
     Finanzteil > Konsolidierter Jahresabschluss Geberit Gruppe > Anhang > Note 3 > Personalvorsorge.
     Finanzteil > Konsolidierter Jahresabschluss Geberit Gruppe > Anhang > Note 17.

  5. EC4 Bedeutende finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand

    Wesentliche Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassen:

    • Hinsichtlich Angaben zu Ertragssteuern, siehe  Finanzteil > Konsolidierter Jahresabschluss Geberit Gruppe > Anhang > Note 27.
    • Aufgrund von Neuinvestitionen, die den jeweiligen Wirtschaftsstandort fördern und Arbeitsplätze sichern, erhielt Geberit im Berichtszeitraum Investitionszuschüsse seitens der öffentlichen Hand von insgesamt ca. CHF 1,7 Mio. (Schweiz: CHF 0,7 Mio., Deutschland: CHF 1,0 Mio.).
    • Erhaltene Beiträge zur Ausbildungs- und Altersteilzeitförderung beliefen sich auf CHF 0,6 Mio. (Deutschland: CHF 0,4 Mio., Österreich: CHF 0,2 Mio.)
    Die öffentliche Hand ist im Verwaltungsrat der Geberit Gruppe nicht vertreten.

  6. EC5 Verhältnis Eintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn

    Geberit zahlt marktgerechte Löhne und berücksichtigt dabei lokale Gegebenheiten und Gesetze. Bei der Auswahl der Mitarbeitenden und deren Einsatz im Unternehmen legt Geberit grossen Wert auf eine der Aufgabenstellung entsprechende Qualifizierung. Deshalb werden weltweit keine Mitarbeitenden im Mindestlohnsegment angestellt.

    Diese Information deckt die Anforderungen des GRI-Indikators partiell ab.

  7. EC6 Standortbezogene Auswahl von Zulieferern

    Geberit verfolgt eine Beschaffungspolitik, bei der tiefe Kosten, Sicherheit und Unabhängigkeit die wesentlichen Kriterien sind. Bevor ein Vertrag für eine Zusammenarbeit abgeschlossen wird, erfolgt für jeden neuen Lieferanten eine mehrstufige Risikoanalyse und -prüfung inkl. Umwelt- und Sozialrisiken (siehe auch  HR2). Unter Berücksichtigung aller einkaufsrelevanten Aspekte (Richtlinien des Beschaffungshandbuches der Geberit Gruppe) gibt es keine Direktiven im Hinblick auf eine Bevorzugung von lokalen Lieferanten, insbesondere Lieferanten aus bestimmten Ländern. Allerdings unterstützt Geberit regionale Einrichtungen für behinderte Menschen und Langzeitarbeitslose (siehe  EC8).

  8. EC7 Standortbezogene Personalauswahl

    Geberit hat keine Personalpolitik oder Einstellungspraktiken, die eine Bevorzugung von Mitgliedern der lokalen Nachbarschaft bei der Einstellung von Geschäftsleitungsmitgliedern der jeweiligen Länderorganisationen vorsieht.

  9. EC8 Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen im öffentlichen Interesse

    Im Berichtsjahr wurden Spenden und finanzielle Beiträge inklusive Produktspenden in Höhe von insgesamt CHF 2,7 Mio. (Vorjahr CHF 2,7 Mio.) getätigt. Zusätzlich leisteten Geberit Mitarbeitende im Rahmen der Sozialprojekte 2 335 Stunden (Vorjahr 2 390 Stunden) gemeinnützige Arbeit. Geberit unterstützt zudem Einrichtungen für behinderte Menschen und Langzeitarbeitslose, die im Jahr 2012 einfache Montage- und Verpackungsarbeiten in Höhe von rund CHF 4,8 Mio. (Vorjahr CHF 3,5 Mio.) ausgeführt haben. Siehe auch  Kennzahlen Nachhaltigkeit > Mitarbeitende und Gesellschaft.

    Wie in der Vision festgehalten, will Geberit nachhaltig zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen beitragen. Dazu werden verschiedene soziale Projekte vor Ort mit Produkten, Fachwissen und finanziellen Beiträgen unterstützt. Es wird darauf geachtet, dass das Thema Wasser eine zentrale Rolle spielt und die Projekte einen wesentlichen Bezug zu den Kernkompetenzen und der Kultur des Unternehmens aufweisen. Folgende Projekte und Partnerschaften standen 2012 im Fokus:

    • Durchführung eines  sozialen Projekts in Südafrika in Port Elisabeth: Sanierung von WC-Anlagen in einer Primarschule mit 850 Schülern
    • Abschluss der Partnerschaft mit Mike Horn und seinem Projekt Pangaea
    • Weiterführung der Partnerschaft mit Helvetas zum Thema sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen für 1 Million Menschen, Ziel 2012 vorzeitig erreicht
    • Neue Partnerschaft mit der Organisation Swiss WaterKiosk zur Reinigung von schmutzigem Trinkwasser mittels solarer Pasteurisierung.
    Für weitere Informationen, siehe  Berichtsteil > Lagebericht der Konzernleitung > Soziales Engagement.

  10. EC9 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

    Es gibt keine systematische, datengestützte Analyse zu den indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen. Geberit verfolgt jedoch einen langfristig orientierten Ansatz im Umgang mit seinen Kunden und Stakeholdern und trägt damit wesentlich zu deren wirtschaftlicher Entwicklung bei.

    Geberit setzt wichtige Impulse für die Sanitärbranche: Durch Innovation und neue Produkte, die von Grosshändlern, Installateuren und Planern weltweit verkauft und umgesetzt werden und die einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Dies wird mit Ausbildung und Beratung sowie intensive Unterstützung von Sanitärinstallateuren und –planern ergänzt, siehe  Berichtsteil > Lagebericht der Konzernleitung > Kunden.

    Geberit nutzt sein Know-How, um branchenweit Standards fürs Wassersparen zu setzen und das Wasser- und Abwassersystem zu entlasten. So wirkte Geberit beispielsweise aktiv darauf hin, die gültige Norm für die Dimensionierung von Abwasserrohrsystemen in Richtung kleinerer Durchmesser anzupassen. Dies ist wichtig, damit auch bei geringeren Abwassermengen die volle Funktionsfähigkeit des Abwassersystems gewährleistet wird. Oder Geberit unterstützte die in 2011 erfolgte Lancierung von WELL (Water Efficiency Label), einem Produkt-Klassifizierungssystem für wasser- und ressourcensparende Sanitärprodukte.

    Weiterhin hervorzuheben sind die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Lieferanten, Transportfirmen und den Wirtschaftsraum der Produktionsstandorte. Im Jahr 2012 betrug der Warenaufwand der Gruppe CHF 590,7 Mio. (Vorjahr CHF 587,9 Mio.). Dabei steht Geberit insgesamt mit mehr als 1 200 Lieferanten in Beziehung. Das Unternehmen hat keine eigene Transportflotte und beauftragt externe Transportunternehmen mit Logistikleistungen. Geberit setzt auf seine 16 Produktionswerke in Europa, China und den USA sowie das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) und investiert kontinuierlich.

    Diese Information deckt die Anforderungen des GRI-Indikators partiell ab.